Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 28 von 139

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Mein Lied

Das bestohlene Hannchen.

Zu Berg und Tal,

Auf Burg und Wall

Eine Jungfrau wollt' er suchen.

Sein Wanderstab,

Der schliff sich ab,

Neun Paar Schuh hat er zertreten.

Mit bloßem Fuß

Und müdem Gruß

Er ging in eine Hütten.

Er sah in der Wiegen

Ein Mägdlein liegen,

Die Jungfrau hat er gefunden.

 

Das bestohlene Hannchen.

O Herr, des Nachbars Valentin

Der stahl mir gestern meinen Hafer,

Er — stahl ihn mir — er — stahl mir ihn,

Es war nur — eine Handvoll — aber —

Am Hafer hing mein kleines Huhn,

Es hat so gern von ihm geklaubt;

So hat er mir den Hafer nun

Und auch mein kleines Huhn geraubt.

Mein ganzes Herz hing an dem Tier,

Es war so fett und schwarz wie Kohlen:

Jetzt hat der Strolch das Hühnchen mir

Und auch — mein ganzes Herz gestohlen.

 

Die Einfältigen.

Du fragst, warum ich gewinkt dir hab',

Du fragst, warum ich das Röslein dir gab?

— Ei, das solltest du wissen!