Rostem und Suhrab

Friedrich Rückert · Kapitel 104 von 113

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Rostem und Suhrab

Kapitel 109

 

O Vater! eh mir fort das Leben rinnt, und dort

Die Fremden nahn, vernim des Sohnes letztes Wort!

Sein erstes, welches dich nicht zweifelnd Vater grüßt!

Von diesem Gruß ist mir der bittre Tod versüßt.

Ich habe nicht zu teur des Herzens Stolz gebüßt,

Tehemtens Sohn zu sein! mit dem vereint ich wollte

Die Welt bezwingen, die mich so bezwingen sollte!

Was klagest du und weinst? nicht du hast mich erschlagen;

Dazu bestimmt hat mich der Mutter Leib getragen.

Darum hat sie umsonst dem Sohne nachgesandt

Den Vetter, dem allein der Vater war bekant.

Erschlagen hast du ihn, Nachts auf die Burg gerant,

Damit von Niemand mir der Vater sei genant!

Wenn es die Mutter nun erfärt, was wird sie sagen?

Beklagen soll sie mich, und Rostem nicht verklagen.

Schick heim zu ihr von hier all meine Waffenzier,

Und auch die Spange, die von ihr ich brachte dir!

Laß auch den Baruman mit seinen Türken gehn

Unangefochten, die durch mich in Waffen stehn!

Nicht fechten werden sie, weil sie mich liegen sehn;

Denn dieser Aufbruch ist allein durch mich geschehn.

Auch den Hedschir, den ich im Schloß gefangen habe,

Mit Bitt und Drohungen ihn angegangen habe,

Dich mir zu zeigen, was hartnäckig er verschwieg,

Bis ich mein Ross, dich aufzusuchen, selbst bestieg;

Bestraf ihn nicht darum, daß er mir nicht gesagt

Den Namen! hab ich doch dich selbst umsonst gefragt!

Daß Guders nicht durch mich um einen ärmer werde

Der achtzig Söhne, weil durch ihn an kalter Erde

Tehemtens einer liegt! Weils ihm das Glück beschied,

Laß ich ihm gern das Schloß, und selber Gurdafrid.