Rostem und Suhrab

Friedrich Rückert · Kapitel 48 von 113

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Rostem und Suhrab

Kapitel 51

Die Krieger Sabuls, wie sie hörten Rostems Zinke,

Rings strömten sie herbei, willfärig seinem Winke.

Er übersah mit einem Blick die starke Schar,

Und merkte, daß kein Ding der Welt zu schwer ihm war.

Die Rosse wieherten, es schmetterten Trommeten,

Die Fahnen flatterten, die Fart ward angetreten.

Rostem ritt im Gespräch mit Gew voraus, es war

Hauptmann bei Sabuls Heer an seiner Statt Sewar.

 

51.

 

Die Kunde kam zur Stadt, Rostem sei auf den Wegen;

Die Fürsten zogen ihm eine Tagreis' entgegen:

Ferabors, Guders, Tus, Keschwad, Schedosch, Roham,

Gurase, Gurgin, Milad, Fehrhad und Behram.

Ferabors, Sohn des Schachs, und der Kronfeldherr Tus,

Samt allen übrigen, mit ehrerbietigem Gruß,

Entgegen traten sie dem reitenden zu Fuß.

Zu Fuß hernieder trat auch Rostem von dem Ross,

Grüßend, und im Geleit hinwandelt' er zum Schloß.

Hinwandelten zum Schloß vergnügt und unbeklommen

Alle, sie waren froh, daß Rostem nur gekommen.

So traten sie im Chor dort in die offne Halle

Des Throns, mit offnem Blick und offnem Herzen alle.

Doch wie sie grüßend sich dem goldnen Thron geneigt,

Saß droben Keikawus finster und ungeneigt.

Dem Ruf der Huldigung gab er die Antwort nicht,

Und schweigend wendet' er von ihnen sein Gesicht;

Worauf er gegen Gew erst einen Schrei ausstieß,

Und gegen Rostem dann den Unmut frei ausließ:

Wer ist Rostem, daß er ein Wort aus meinem Munde

Mit Füßen tritt, und sich entziehet meinem Bunde?

Hätt ich ein Schwert zur Hand, ich wollte laßen tanzen

Vom stolzen Rumpf sein Haupt gleich einer Pomeranzen.

Tus, greife mir das Paar, und führe sie davon, Bring an den Galgen mir Schwäher und Schwiegersohn!