Rostem und Suhrab

Friedrich Rückert · Kapitel 56 von 113

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Rostem und Suhrab

Kapitel 61

Doch als beleidiget du giengst, o Pehlewan,

Hat mir die Reu sogleich den Staub aufs Haupt getan.

So sprach der Schah und schwieg; doch Rostem sprach: die Welt

Ist dein, ich bin darin zu deinem Dienst bestellt.

Gehorchen meine Pflicht, Befelen ist dein Recht;

Ich beuge mich, du bist der Herr, ich bin der Knecht,

Bereit, wohin du rufst, auf deinen Ton zu gehn,

Der Diener niedrigster an deinem Thron zu stehn.

Verpflichtet deinem Hof bin ich zu Dienstentrichtung,

Dafern ich würdig bin so ehrender Verpflichtung.

Und wäre Leben mir noch tausend Jahr verliehn,

So werd ich nie vor dir des Dienstes Gurt ausziehn.

 

61.

 

Zu Rostem wieder sprach der Schah: O Pehlewan!

Die Seele bleibe dir hell ewig aufgetan!

Nie werde dir die Hand, das Schwert zu füren, schwächer,

Und nie miss' Irans Land den Ritter und den Rächer!

Die neuen Dienste, die du wirst im Kampfe tun,

Wie lohn ich sie? noch unbelohnt sind alte nun.

Was biet ich heute dir als Gast- und Ehrengabe?

Was hab ich, das ich nicht durch deinen Beistand habe?

Was hab ich, das, o Held, du nicht schon selber hast?

In Sabul ist dein Reich und fürstlicher Palast.

Du hast das beste Ross, das schönste Sturmgewand,

Du hast das stärkste Schwert, dazu die stärkste Hand.

Du bist mit allem ausgerüstet unvergleichlich,

Im Felde wie zu Haus versehn mit Schätzen reichlich.

Rostem, was schenk ich dir an diesem Freudentag?

Wähl ein Geschenk dir selbst, was ich dir bieten mag!

Rostem verneigte sich und sprach: Ich wills bedenken;

Inzwischen mag der Schah mir seine Gnade schenken!

Er sprachs, da freuten sich die Fürsten groß und klein,

Da sie gestiftet sahn so gütlichen Verein.