Rostem und Suhrab
Kapitel 88
Zuerst versuchten sich in diesem Waffentanze
Der Vater und der Sohn mit fernentsandter Lanze.
Sodann erprobten sich der alte und der junge
Anrückend mit der nahgezückten Schwerter Schwunge.
Und endlich giengen sich die beiden Heeressäulen
Hart auf den ehrnen Leib mit ihren ehrnen Keulen.
Was von der Lanze da verschont blieb, schlug das Schwert;
Die Keule schmetterte, was jenes nicht versehrt.
Laut stöhnten beid', es war des andern jeder wert.
Am Helme blieb kein Glanz, am Helmbusch kein Gefieder,
Kein Ring am Panzer ganz, keins ungequetscht der Glieder;
In Strömen floß der Schweiß vom Mann aufs Ross danieder.
Wie sich entgegen zwei Gewitterwolken wettern,
Mit Blitz und Gegenblitz einander zu zerschmettern;
Sie selber können sich mit Streichen nicht verletzen,
Doch unter ihrem Kampf ergreift die Welt Entsetzen:
Der Hagel braust herab und schlägt der Erde Saat;
Das Land ist wie ein Feld, das eine Schlacht zertrat:
Dann, wenn sie sich erschöpft, zieht jede ihre Bahn,
Und aus der Ferne noch sehn sie sich finster an:
So standen jetzt vom Kampf die beiden ab ermattet,
Und eine Lebensfrist war noch dem Sohn gestattet.
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